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Von unserem Sonderkorrespondenten Stefan Diebitz Die Überschrift ist natürlich Blödsinn, denn ein Sommerloch kann es für Schachspieler überhaupt nicht geben. Notfalls – aber wirklich nur notfalls – spielen wir mit und gegen uns selbst! Manchmal gewinnen wir, manchmal setzen wir uns selber matt, und manchmal brüten wir neue Eröffnungen aus, mit denen wir zwar unsere Gegner zu überraschen hoffen, uns aber dabei selbst ausmanövrieren. Gegen sich selbst zu spielen, das ist zumindest am Freitagabend so um halb acht nicht nötig, weil dann die legendenumwobene Schachabteilung des TSV Kücknitz ihr Sommerschnupperschnellschachturnier (oder so ähnlich) unter der altbewährten Leitung von Hartmut Kotzer abhält. Schnupperturnier heißt diese Veranstaltung deshalb, weil wir damit einige Schachinteressierte aus Kücknitz und Umgebung zu ködern versuchen: es wird nicht richtig, sondern nur ein bißchen ernsthaft gespielt. Also keine richtig langen Partien, sondern jeder Spieler hat eine halbe Stunde Bedenkzeit; und dann gibt es die nächste Runde. Jeder kann ein- oder aussteigen, wann er dazu lustig ist, und alles soll entspannt und freundlich zugehen. Bis Uli Müller wieder eine seiner neuen Eröffnungen entkorkt. Dann ist es vorbei mit der Freundlichkeit… Aber gegenüber Gästen bleiben wir alle freundlich, selbst wenn man uns mattsetzt. Vor einer Woche besuchte der Sonderkorrespondent einen Rednerclub. Irgendwann gab es eine Pause, in der man sich ratlos und schweigend anschaute, und der Sonderkorrespondent konnte sich nicht den Kommentar verkneifen, daß in diesem Rednerclub Schweigen herrsche, in seinem Schachverein aber immer alle Leute redeten, und zwar gleichzeitig. Diese Bemerkung stieß auf Unverständnis, denn von Schachabenden denken alle, daß es schweigsam zugehe, wenn sich alte Gnatterbüdels gegenübersitzen. Aber bei uns gibt es keinen Gnatterbüdel! Keinen einzigen! Nur nette Leute. Gesehen hat man das auch, als wir unser traditionelles Grillfest auf dem Holzspielplatz abhielten, und man sieht das jeden Freitagabend, wenn wir auf unserem traditionellen Holzspielplatz mit den 64 schwarzweißen Feldern unsere Partien spielen. In den letzten Wochen haben wir mit unserer Vereinsmeisterschaft begonnen, und auch dabei ging es freundlich zu, aber nicht immer entspannt. Besonders die Erfolge von Außenseitern machten die Abende interessant. Gleich in der ersten Runde war es Dieter Neumann, der mit einem souveränen Sieg im Endspiel gegen den starken Michael Schomann auf sich aufmerksam machte. Uli Müller besaß gegen Thomas Gültzow eine Gewinnstellung (er hatte wieder ein Gambit ausgebrütet…), ließ ihn aber aus dem Mattnetz entkommen. Und Lennart Svenonius. Unser Lennart! Er erkämpfte mit den schwarzen Steinen ein Remis gegen Reiner Hinz, und auch der gehört wie Michael und Thomas zu den guten Spielern. Schließlich darf der Sonderkorrespondent noch von den neuesten Erfolgen von Sabrina Kluth berichten. Unsere Sabrina! Wie im letzten Jahr, so ist sie auch diesmal wieder nach Bargteheide gefahren und hat dort in einem Turnier mit mehr als 100 Teilnehmern 5 ½ Punkte aus sieben Runde geholt: das war genug für den achten Platz und für den Frauenpreis. Stefan Diebitz |
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